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Worin unterscheiden sich Energieaudits nach ISO 50002 und DIN EN 16247?

Ähnlich wie die ISO 50001 die DIN EN 16001 abgelöst hat, soll die ISO 50002 „Energieaudits – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ auf mittelfristiger Sicht vermutlich die DIN EN 16247-1 ablösen. Auf dieser Seite finden Sie nützliche Tipps und Hinweise zur Durchführung vom Energieaudit nach ISO 50002. Trotz des Voranschreitens der ISO-Norm wird die Europäische Norm EN 16247 weiter ausgebaut. So wurden unter anderem die Teile 2, 3 und 4 für Energie-Audits bei Gebäuden, Prozessen und Transporten in deutscher Sprache veröffentlicht. Aus diesem Grund wird auf dieser Seite auch auf die DIN EN 16247-3, welche besonders für energieintensive Organisationen von Bedeutung ist, näher eingegangen.


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Hintergründe zum Energieaudit gem. ISO 50002

Die seit 2012 gültige europäische Norm EN 16247-1 „Energieaudits Teil 1: Allgemeine Anforderungen“ ist auf eine Initiative der Europäischen Kommission  zurückzuführen.  Mithilfe dieser europäischen Norm wollte die europäische Kommission eine Grundlage schaffen, auf welche in europäischen Rechtsvorschriften verwiesen werden kann. So greift unter anderem die  Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) auf die EN 16247 zurück und fordert von KMUs, welche vom Spitzenausgleich bei Energie- und Stromsteuern profitieren wollen, die Durchführung eines Energie-Audits nach EN 16247-1. Da sich das Thema Energieeffizienz aber nicht ausschließlich auf Europa beschränkt, verabschiedete die ISO im Jahr 2014 eine weltweit gültige Norm für Energieaudits – die ISO 50002 . Auch diese Norm fußt auf der EN 16247-1. Allerdings wurde sie infolge der Beiträge außereuropäischer Experten bearbeitet.


Definition des Energieaudits nach ISO 50002

Die Definition des Energieaudits nach ISO 50002 ist ähnlich der Definition eines Energieaudits nach EN 16247-1 – eine „systematische Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs innerhalb des vereinbarten Anwendungsbereichs mit dem Ziel, das Potenzial für Verbesserungen der energiebezogenen Leistung zu identifizieren, zu quantifizieren und darüber zu berichten“. Von daher besteht die Gefahr, dass das Energieaudit ISO 50002 mit dem Audit eines Energiemanagementsystems verwechselt wird. Das Energieaudit gemäß ISO 50002 entspricht aber eher der energetischen Bewertung nach ISO 50001.


Grundsätze der ISO 50002 gegenüber der EN 16247-1

Bereits in den Grundsätzen der ISO 50002  kam es im Zuge der Überarbeitung zu Änderungen. So wurden im Abschnitt 4 der Norm gegenüber der EN 16247-1 die Passagen 4.1 „Allgemeines“, 4.24 „Kommunikation“ sowie 4.5 „Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse“ als weitere Abschnitte hinzugefügt.  Im Abschnitt, welcher die Anforderungen an Energieauditoren konkretisiert, definiert die ISO nun die vom Energieauditor geforderten Kompetenzen näher. So muss der Auditor u. a. über relevante technische Kompetenzen verfügen, mit den zu auditierenden Energieeinsätzen vertraut sein und relevante rechtliche als auch anderen Anforderungen kennen.

Außerdem muss derer Wissen über andere für Energie-Audits relevante Normen aufweisen. Im Abschnitt „Allgemeines“ wird nur dargelegt, dass die Grundsätze der Norm das Ziel verfolgen, das Energieaudit zu einem wirksamen und zuverlässigen Instrument zu machen, mit dem das Unternehmen Informationen zur Verbesserung seiner energiebezogenen Leistung sammeln kann. In den Abschnitten 4.4 und 4.5. werden tiefergehende inhaltliche Anforderungen konkretisiert. So müssen bereits vor dem Audit klare Kommunikationsregeln eingeführt und Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse der auditierten Organisation und des Energieauditors klar definiert werden.


Änderungen gegenüber der EN 1624-1 hinsichtlich der Durchführung vom Energieaudit

Die Durchführung eines Energie-Audits ist im Abschnitt 5 der EN 16247 definiert. Auch in der ISO-Norm gab es im Abschnitt 5 Ergänzungen gegenüber der EN 16247-1. So ergänzte die ISO den Abschnitt 5.1 „Allgemeines“. In diesem Abschnitt wird die Durchführung eines Energieaudit ISO 50002 konkretisiert. Der Abschnitt 5.2 der ISO-Norm entspricht dem „Einleitenden Kontakt“ der EN 16247-1 und definiert die Planung eines Energie-Audits.  In diesem Abschnitt  ergänzte die ISO die Anforderungen dahingehend, dass das zu auditierende Unternehmen bereits bei der Auditplanung  einen verantwortlichen Ansprechpartner benennen und ein Verfahren definieren muss, mit welchem sich der Anwendungsbereich des Energie-Audits ändern lässt.

Im darauffolgenden Abschnitt 5.3  wird die Auftaktbesprechung des Energieaudit ISO 50002 beschrieben. Abschnitt 5.4 zum Thema Datenerfassung hat sich dabei gegenüber der EN 16247-1 kaum geändert. Lediglich die Erfassung bestehender  Messeinrichtungen und der Verfahren zur Daten- und Informationsanalyse wurden ergänzt. Neu hinzugekommen ist in der ISO 50002 der Abschnitt 5.5 „Messplan“. Dieser fordert, dass für Energiemessungen und für die Sammlung von Daten  ein Messplan aufgestellt werden muss. Dieser Messplan muss enthalten:

  • Eine Auflistung bestehender Messpunkte und -einrichtungen
  • Potenzielle weitere Messpunkte, geeignete Einrichtungen sowie die Machbarkeit der Messungen
  • Anforderungen an die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messungen
  • Messungsdauer und -Häufigkeit
  • Häufigkeit der Erfassung der Messergebnisse
  • Angemessene Zeiträume bei vorübergehenden Messungen
  • Vom Unternehmen zu liefernde Daten, wie z.B. Produktionsmenge etc.
  • Verantwortlichkeiten für die Ausführung der Messungen

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ISO 50002 Anforderungen an die Durchführung des Außeneinsatzes

Der folgende Abschnitt 5.6 zum Thema „Durchführung des Außeneinsatzes“ ist inhaltlich wieder identisch mit dem entsprechenden Abschnitt 5.4 der En 16247-1. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Abschnitt der ISO 50002 in zwei und nicht wie die EN 16247-1 in drei Unterabschnitte gegliedert ist. Im anschließenden Abschnitt 5.7 der ISO-Norm, welcher sich dem Thema „Analyse“ widmet, wurde wieder der Unterpunkt 5.7.1 „Allgemeines“ ergänzt.  Hier werden nachvollziehbare und angemessene Methoden der Berechnung, die Dokumentation der verwendeten Methoden, Abschätzungen und Annahmen, das Einbeziehen von Messunsicherheiten, sowie die Berücksichtigung gesetzlicher oder anderer Fördermöglichkeiten und der Einschränkungen für die Optimierung der energiebezogenen Leistung gefordert. Verglichen mit der EN 16247-1 stellt die ISO 50002 im Abschnitt „Analyse“ das Feststellen von Verbesserungsmöglichkeiten detaillierter dar. So steht in der Norm, das der Energieauditor die Verbesserungspotenziale identifizieren muss durch:

  • dessen Fachkenntnisse und Kompetenzen
  • die Bewertung der minimalen Energieverbräuche
  • die Bewertung von Zustand, Alter, Wartung sowie Betrieb der auditierten Objekte
  • den Vergleich mit guter Praxis und bester verfügbarer Technologie
  • das Einbeziehen zukünftiger Energieverbräuche sowie geplanter Investitionen

Abschnitt 5.8 über den Auditbericht ist wieder weitestgehend identisch mit den Inhalten der EN 16247-1. So muss der durchführende Auditor im abschließenden Energieauditbericht eine Zusammenfassung über den Einsatz und Verbrauch von Energie aufstellen. Außerdem wird in der Beschreibung der Beweggründe die Dokumentation einer eventuellen Vertraulichkeitserklärung gefordert und es müssen unter anderem Rechengrundlagen, Grundlagen für Abschätzungen und Annahmen aufgeführt werden. Auch die Anforderungen, die für die Abschlussbesprechung bestehen, sind in der ISO 50002 nahezu konform mit den entsprechenden Normforderungen der EN 16247-1.


Energieaudit von Prozessen nach ISO 50002 und DIN EN 16247-3

Im Vergleich zum Teil 1 legt der Teil 3 der EN 16247 Anforderungen an ein Energieaudit von Prozessen fest. Dabei ist es egal, ob Unternehmen die Energie direkt während des Produktionsprozesses (z.B. bei direkt befeuerten Trocknern), indirekt (z.B. mittels Wärmeaustausch) in Betriebsmitteln (z.B. in Pumpen oder Ventilatoren) oder bei anderen Prozessen (z.B. in Laboratorien) nutzen. EN 16247-3 ist dabei grundsätzlich in Verbindung mit Teil 1 der Norm anzuwenden. Beim einleitenden Kontakt muss der Energieauditor eine Darlegung des Standortes und der Prozesse erhalten. Weiterhin sind zu diesem Zeitpunkt die in das Energieaudit einzubeziehenden Prozesse zu definieren. Für jeden der zuvor definierten Prozesse müssen Unternehmen anschließend die Personen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Energieerbrauch des Prozesses haben, identifizieren.

Außerdem gilt es festzustellen, welche Daten noch zu ermitteln sind. Bei einem Energieaudit von Prozessen sind bei der Erfassung der Daten bereitgestellte Daten sowie Informationen zu überprüfen. Sollten dabei Daten fehlen, müssen diese nachträglich beschaffen werden. Außerdem muss die Genauigkeit der eingesetzten Messgeräte bewertet werden. Beim Außeneinsatz des Energieauditor besichtigt dieser den Standort und die zu auditierenden Prozesse. Dabei berechnet der Energieauditor sowohl die optimale Betriebsmittel- und Energiemenge als auch die aktuelle energiebezogene Leistung. Diese vergleicht er mit der maximal erreichbaren energiebezogenen Leistung. Wenn Sie Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz definieren, müssen Sie folgendes beachten:

  • Maßnahmen zur Minimierung oder Rückgewinnung von Energieverlusten
  • Ausrüstungsänderung bzw. -austausch
  • Effizienterer Betrieb
  • Optimierte Instandhaltung
  • Programme zur Verhaltensänderung der Mitarbeiter
  • Verbesserung des Energiemanagements

Die vom Energieauditor definierten Verbesserungsmöglichkeiten sollten nach technischen, organisations- oder personenbezogenen Tätigkeiten unterteilt werden. Zusätzlich müssen Unternehmen zu jeder Verbesserungsmaßnahme die zu erwartende Einsparung an Energie berechnen.

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